mardi 9 février 2010

CFP: Übersetzung als interkulturelle Kommunikation in den Geisteswissenschaften (version allemande)

Übersetzung als interkulturelle Kommunikation in den Geisteswissenschaften

Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (Paris), 10.-11 Mai 2010

„Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“ – Wittgenstein

„The sum of human wisdom is not contained in any one language, and no single language is CAPABLE of expressing all forms and degrees of human comprehension“ – Ezra Pound


Im Rahmen einer zweitägigen Konferenz soll der Problembereich des Übersetzens in Forschung und Lehre in den verschiedenen Disziplinen der Geisteswissenschaften diskutiert werden. Es wird angestrebt, im Zusammenhang mit Übersetzungstheorie und –praxis, die Korrelationen zwischen politischen, kulturellen und sozialen Systemen und der Verbreitung intellektuellen Gedankenguts zu untersuchen.

Vorträge können unter anderem folgende Fragen bzw. Problemfelder ansprechen und behandeln: Wie verändern sich Position und Inhalt eines „Originaltextes“ oder „Originalgedankens“ sobald er den Übersetzungsprozess durchlaufen hat? Wie fördert bzw. hindert der transkulturelle Prozess des Übersetzens das Zusammenfinden sozialer Systeme? Welchen Einfluß hat der Übersetzer darauf, wie der Diskurs der einzelnen geisteswissenschaftlichen Disziplinen im Ausland aufgenommen wird? Was geschieht mit Fachbereichen wie Philosophie, Soziologie und Anthropologie, wenn sie ihren sozio-kulturellen Kontext und ihre Ausgangssprache verlassen? Wie wird die hinter dem Original stehende Denkweise in den Zusammenhang einer anderen Kultur transferiert? Auf welche Weise können Thesen und Argumente von Texten wie Michel Foucault’s „La fonction-auteur“ neu beleuchtet werden? Welchen Einfluss üben Walter Benjamins Schriften „Der Autor als Produzent“ oder „Die Aufgabe des Übersetzers“ auch heute noch auf die modernen Geisteswissenschaften aus? In welcher Verbindung steht wissenschaftliches Übersetzen mit Deleuzes und Guattaris Konzept der „Entteritorialisierung der Sprache“? Welche durch willentliche oder unwillentliche Fehlübersetzung entstandenen Verfremdungen oder Auslassungen hatten und haben gravierende Auswirkungen auf die geisteswissenschaftliche Forschung? Ist es, unter der Prämisse, dass Übersetzung Kulturtransfer bedeutet möglich, dass Zieltext und Original das gleiche Gewicht besitzen? Wie können Auffassungen von kultureller und nationaler Identität, die Stabilität und Hierarchien voraussetzen, durch Übersetzung neu definiert werden?
Im Kontext der obengenannten Fragestellung können auch literarische, theoretische und philosophische Werke untersucht werden, deren übersetzte Fassung eine umfassendere Rezeption als das Original erfahren haben. Des Weiteren können sozialpolitische Themen angesprochen werden, wie beispielsweise die Auswirkungen von Übersetzungen auf die Förderung bzw. Unterdrückung bestimmter Sprachen. Ferner wären die folgenden Themenbereiche von Interesse:
- die verschiedenen Übersetzungen eines bestimmten theoretischen Textes im historischen Vergleich
- Wandel in Ziel- und Ausgangskultur im Spiegel der verschiedenen Übersetzungen eines Textes
- das Auftreten von Intertextualität in Übersetzungen
- die Verbindung zwischen Übersetzung und Postkolonialismus
- Übersetzung als (Fehl-)Interpretation des „Anderen“ in den Sozialwissenschaften
- die soziologische Dimension von Linguistik in Übersetzungen
Erwünscht sind insbesondere interdisziplinäre Vorträge, die über die traditionellen Grenzen der Übersetzungswissenschaften hinausgehen und Themen wie Kulturtransfer bzw. Kulturisolation behandeln. Der Titel des Vortrags sowie eine 300 Wörter lange Zusammenfassung werden zusammen mit einer Kurzbiographie auf Deutsch, Englisch oder Französisch wird bis zum 1. Februar an transmissibility@gmail.com (Stephanie Schwerter & Jennifer K Dick) erbeten. Beiträge von Forscher/innen aller Fachrichtungen einschließlich MA-Student/innen und Doktorand/innen sind herzlich willkommen.

Aucun commentaire:

Enregistrer un commentaire